Bischof Overbeck weiht in Gladbeck Schul-Schwimmbad ein

Fröhliches Fest an der Bischöflichen Jordan-Mai-Förderschule mit Szenen aus Shakespeares „Sommernachtstraum“ beendet zweijährigen Ausbau des denkmalgeschützten Standorts. Neben dem neuen Bewegungsbad profitieren die Schüler auch von einer neuen Mensa und neuen Klassenräumen im Dachgeschoss.

Seit mehr als 40 Jahren betreibt das Bistum Essen in Gladbeck eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung

Gemeinsam mit der Stadt Gladbeck ist das Gebäude in den vergangenen zwie Jahren ausgebaut worden

Nach einer Mensa und neuen Räumen im Dachgeschoss wurde am Mittwoch das neu errichtete Bewegungsbad der Schule eingeweiht

„Ein Schwimmbad für alle, bald ist es soweit, selbst Romeo und Julia sind zum Feste bereit!“ Mit William Shakespeare, vielen weiteren Ehrengästen und einem eigenen Lied hat die Bischöfliche Jordan-Mai-Schule in Gladbeck am Mittwoch das neue Bewegungsbad auf dem Schulgelände im Stadtteil Zweckel eingeweiht. Mit der Feier endete eine rund zweijährige Bauphase, in der die Förderschule in dem denkmalgeschützten Gebäude an der Söllerstraße auch eine Mensa und neue Klassenräume im Dachgeschoss erhalten hat. „Das Bewegungsbad komplettiert diesen modernen Schulstandort“, betonte Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland und hob das gute Miteinander von Stadt und Bistum zum Wohle der Schüler hervor: 2015 hatten sich das Bistum als Schulträger und die Stadt als Eigentümerin des Gebäudes in einem Kooperations-Vertrag auf den Ausbauplan verständigt, um die beliebte Schule mit ihren derzeit gut 150 Schülern, 45 Lehrern und etwa ebenso vielen weiteren Mitarbeitern für die Zukunft zu stärken.

Mit einem fröhlichen Gottesdienst in der Turnhalle feierten Schulgemeinde und Ehrengäste den Abschluss der Bau-Projekte. Und bei der Segnung des neuen Schwimmbads nebenan sparte Bischof Franz-Josef Overbeck – trotz reichlich vorhandenen Wassers im Becken – zum Jux der Kinder nicht mit Weihwasser. „Ich segne hier nicht in erster Linie Steine“, hatte der Bischof zuvor im Gottesdienst erklärt, „sondern ich rufe den Segen Gottes auf euch, liebe Schülerinnen und Schüler, und Sie, liebe Lehrerinnen und Lehrer herab“. Aus Platzgründen waren bei der Segnung im Schwimmbad nur die Rollstuhlfahrer-Kinder der Schule mit dabei. Sie werden in Zukunft am meisten vom Schwimmbad profitieren, denn beim bisherigen Schwimmen konnten Sie nicht dabei sein. Nun gibt es spezielle Umkleiden. Diese sind nicht nur groß genug, um dort mit gewöhnlichen Rollstühlen zu manövrieren, sondern bieten auch Platz für spezielle Mobile, in denen Kinder liegend transportiert werden. Anders als an Regelschulen ist Schwimmen für die Förderschüler an der Jordan-Mai-Schulen in allen Klassen fester Bestandteil des Stundenplans – entsprechend rege wird das 8 mal 12,5 Meter große Becken mit einem beweglichen Hubboden künftig genutzt werden.

Förderschüler inszenieren Shakespeares Sommernachtstraum

Nach dem Gottesdienst führten Schüler und Lehrer der Jordan-Mai-Schule den Gästen auf kreative Weise ihre neuen Schulräume vor. Eineinhalb Projektwochen lang hatte sich die Schulgemeinde mit Shakespeares Werken – und hier insbesondere mit dem Sommernachtstraum beschäftigt. Als Ergebnis präsentierten die Schüler nun drei verschiedene Inszenierungen: Im Dachboden-Theater wurden die Protagonisten je nach aktuellem Verliebtheits-Status als Styropor-Figuren hin und her bewegt, im neuen Schwimmbad bewiesen die Schüler, dass sich der Neubau nicht nur zum Sport, sondern – inklusive Finale mit nassen Füßen – auch zum Schauspiel eignet, und in der Mensa wurde getanzt.

Für die Stadt und das Bistum war der nun geglückte Ausbau der mehr als 40 Jahre alten überregional anerkannten Förderschule mit dem Schwerpunkt Geistige Entwicklung ein finanzieller Kraftakt: Zunächst hatte die Stadt mit rund 2,6 Millionen Euro den Ausbau des Dachgeschosses und die neue Mensa finanziert – dann übernahm das Bistum den etwa 4 Millionen Euro teuren Bau des Bewegungsbads, geplant vom Gelsenkirchener Architekturbüro Planteam Ruhr. Bischof Overbeck dankte „den vielen Menschen, die Kirchensteuern zahlen – und den vielen Spendern. Nur so ist das möglich geworden, was wir heute hier feiern“, so Overbeck. Unter anderem war der Unternehmer Heinrich Weiss – Großaktionär und früherer Aufsichtsratschef des Düsseldorfer Stahlwerks-Ausrüsters SMS group – bei der Einweihungsfeier in Gladbeck mit dabei. Der frühere Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie hatte die behindertengerechte Ausstattung des Bades mit einer Spende in sechsstelliger Höhe unterstützt.

Schulfest am kommenden Samstag

Der Öffentlichkeit präsentiert die Schule ihre neuen Räume bei einem Schulfest am kommenden Samstag, 24. November. Von 14 bis 17 Uhr können die Besucher das Bad, die Mensa und die Klassenräume im Dachgeschoss in Augenschein nehmen – und sich dann auch von Shakespeares Sommernachtstraum verzaubern lassen.

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